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Pflichtteil berechnen

Der Pflichtteil ist die Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils (§ 2303 Abs. 1 Satz 2 BGB). Um ihn zu beziffern, braucht es zuerst die gesetzliche Quote – und die hängt an Familienstand, Güterstand, Kinderzahl und daran, ob die Eltern des Erblassers noch leben. Der Rechner zeigt beides nebeneinander, ohne Konto und ohne Speicherung.

Nur für die Verjährung. Sie läuft drei Jahre, beginnt aber erst mit dem Schluss des Jahres, in dem Sie es erfahren haben (§ 195, § 199 Abs. 1 BGB).

Ihr Ergebnis erscheint hier.

So geht es

  1. Familie eintragenFamilienstand, Güterstand, Zahl der Kinder und lebende Elternteile für den hier abgebildeten Familienfall eintragen. Unbekannte Zahlen nicht als null behandeln; weitergehende Familienkonstellationen fachlich prüfen lassen.
  2. Quoten ablesenFür jede beteiligte Person erscheinen der gesetzliche Erbteil, der Pflichtteil als Bruch und – wenn Sie einen Nachlasswert eintragen – der Betrag in Euro.
  3. Nachlass beziffernDer Pflichtteil rechnet gegen den Netto-Nachlass. Die App stellt dafür Vermögen und Schulden gegenüber und rechnet den Saldo aus.

Was der Rechner rechnet – und was nicht

Gerechnet wird in Brüchen, damit nichts gerundet wird: gesetzliche Erbquote nach §§ 1924, 1925, 1931 BGB, beim Ehegatten samt der pauschalen Erhöhung um ein Viertel im gesetzlichen Güterstand (§ 1371 Abs. 1 BGB). Der Pflichtteil ist davon die Hälfte (§ 2303 BGB). Für die Quote zählen auch diejenigen mit, die durch Testament ausgeschlossen wurden oder ausgeschlagen haben (§ 2310 BGB) – wer enterbt, vergrössert damit die Anteile der Übrigen nicht.

Beim enterbten Ehegatten stehen zwei Zahlen nebeneinander: der grosse Pflichtteil aus dem erhöhten Erbteil und der kleine Pflichtteil aus dem nicht erhöhten, dafür mit konkretem Zugewinnausgleich (§ 1371 Abs. 2 und 3 BGB). Welcher Weg mehr einbringt, hängt am tatsächlich erzielten Zugewinn. Diese Zahl kennt niemand ausser den Eheleuten selbst, und ErbKlar entscheidet deshalb nicht, sondern zeigt beide.

Eine einzelne Schenkung können Sie freiwillig ergänzen. Tragen Sie den maßgeblichen Wert und die vollen Jahre vor dem Erbfall ein. Nach § 2325 Abs. 3 BGB zählt sie im ersten Jahr voll, danach je weiterem Jahr um ein Zehntel weniger und nach zehn Jahren nicht mehr. Bei einer Schenkung an den Ehegatten beginnt die Frist nicht vor Auflösung der Ehe. Bestand die Ehe bis zum Tod, berücksichtigt der Rechner die Schenkung ohne Abschmelzung.

Beispiel: Ein maßgeblicher Schenkungswert von 10.000 € wird nach drei vollen Jahren mit 7.000 € angesetzt. Das ist die Grundlage der Ergänzung, nicht deren Auszahlungsbetrag. Bei einer Pflichtteilsquote von einem Achtel wären es 875 € Ergänzung. Eine Schenkung an den bis zum Tod verheirateten Ehegatten wird im selben Beispiel mit dem vollen Wert angesetzt.

Der Rechner bewertet keine Immobilien oder anderen Gegenstände. Den maßgeblichen Wert nach § 2325 Abs. 2 BGB und den tatsächlichen Fristbeginn müssen Sie gesondert klären; das einzelne Wertefeld vergleicht keine verschiedenen Bewertungszeitpunkte. Ohne Schenkungsbetrag wird keine Schenkung ergänzt. Mehrere Schenkungen mit unterschiedlichen Zeitpunkten dürfen nicht zu einem Betrag mit einem gemeinsamen Jahr zusammengefasst werden.

Der Pflichtteil ist Geld, kein Anteil am Nachlass

Wer den Pflichtteil verlangt, wird nicht Miterbe. Er hat einen Zahlungsanspruch gegen die Erben und kann über einzelne Gegenstände nicht bestimmen – nicht über das Haus, nicht über den Schmuck der Mutter. Das ist der häufigste Irrtum in dieser Sache und der Grund, warum Pflichtteilsstreitigkeiten oft an falschen Erwartungen scheitern.

Um den Anspruch zu beziffern, braucht der Pflichtteilsberechtigte den Bestand des Nachlasses. Ist er nicht Erbe, kann er vom Erben Auskunft verlangen, bei der Aufnahme des Verzeichnisses zugezogen werden und verlangen, dass ein Notar es aufnimmt; die Kosten trägt der Nachlass (§ 2314 BGB). Eine Frist für die Auskunft nennt das Gesetz nicht.

Wann der Anspruch verjährt

Der Pflichtteilsanspruch verjährt in der regelmässigen Frist von drei Jahren (§ 195 BGB). Sie beginnt mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist und der Berechtigte von den Umständen und der Person des Schuldners erfahren hat (§ 199 Abs. 1 BGB). Wer im März 2026 vom Erbfall und seiner Enterbung erfährt, hat also bis zum 31. Dezember 2029 Zeit.

Der oft zitierte § 2332 BGB enthält seit der Erbrechtsreform 2010 keine eigene Verjährungsfrist mehr. Wer ihn dafür anführt, nennt eine Norm, die das nicht mehr regelt.

Quellen und amtliche Anlaufstellen

Häufige Fragen

Wie hoch ist der Pflichtteil genau?

Er beträgt die Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils (§ 2303 Abs. 1 Satz 2 BGB). Ein Kind, das gesetzlich zu einem Viertel erben würde, hat also einen Pflichtteil von einem Achtel des Netto-Nachlasses.

Wer ist überhaupt pflichtteilsberechtigt?

Abkömmlinge, Eltern und der Ehegatte oder eingetragene Lebenspartner des Erblassers (§ 2303 BGB). Geschwister und unverheiratete Partner sind es nicht – ein unverheirateter Partner erbt ohne Testament gar nichts und hat auch keinen Pflichtteil.

Zählen Schenkungen mit?

Ja, eine freiwillig eingetragene Schenkung wird nach § 2325 BGB berücksichtigt. Benötigt werden der maßgebliche Wert, volle Jahre vor dem Erbfall und die Angabe, ob sie an den bis zum Tod verheirateten Ehegatten ging. Im Ergebnis stehen der angerechnete Wert und die Ergänzung getrennt. Die Seite bewertet keine Gegenstände und prüft den Fristbeginn nicht anhand von Urkunden.

Werden meine Angaben gespeichert?

Nein. Der Rechner nimmt Ihre Zahlen entgegen, rechnet und antwortet. Es wird nichts gespeichert und es ist kein Konto nötig.

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Quoten nach BGB, Freibeträge nach § 16 ErbStG · Ohne Anmeldung, keine Speicherung · Server in Deutschland

ErbKlar rechnet die gesetzlichen Quoten nach dem BGB und nennt die Freibeträge nach § 16 ErbStG. Dieser Rechner ermittelt keine Erbschaftsteuer – dafür gibt es die Seite „Erbschaftsteuer berechnen“. Bewertet wird nichts; das ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.