Zur App →
Vorsorge

Was kostet eine Vorsorgevollmacht beim Notar? Die Gebühren nach GNotKG

5. August 2026, aktualisiert 16. Oktober 2026 · 7 Min. Lesezeit · ErbKlar Redaktion
Kurzantwort

Vergleichen Sie zuerst den Leistungsumfang: Unterschriftsbeglaubigung, Entwurf und Beurkundung sind verschiedene Leistungen. Der passende Form- und Nachweisweg hängt von der geplanten Verwendung ab.

Auf die Frage, was eine Vorsorgevollmacht beim Notar kostet, folgt meist eine Preisspanne und keine Herleitung. Dabei ist der Betrag nachrechenbar: Die Gebühr steht im Gerichts- und Notarkostengesetz, sie hängt allein vom Geschäftswert ab, und der darf nach § 98 Abs. 3 GNotKG die Hälfte Ihres Vermögens nicht übersteigen. Dieser Beitrag rechnet die Positionen einzeln durch und zeigt die beiden günstigeren Wege.

Der Preis steht im Gesetz, nicht im Angebot

Notariate zu vergleichen lohnt sich nicht. Nach § 17 Abs. 1 Satz 1 BNotO ist der Notar verpflichtet, die gesetzlich vorgeschriebenen Gebühren zu erheben; Erlass oder Ermäßigung sind nur bei außergewöhnlichen Umständen und mit Zustimmung der Notarkammer zulässig.

Woher die Zahl kommt, regelt das GNotKG: Nach § 3 Abs. 1 richten sich die Gebühren nach dem Geschäftswert, nach § 34 Abs. 1 und 3 werden sie aus Tabelle B der Anlage 2 abgelesen.

Wenig Einkommen, kein Ausschluss

§ 17 Abs. 2 BNotO verpflichtet den Notar, Beteiligten, denen nach der Zivilprozessordnung Prozesskostenhilfe zu bewilligen wäre, seine Urkundstätigkeit vorläufig gebührenfrei oder gegen Monatsraten zu gewähren. Amtspflicht, keine Kulanz.

Der Geschäftswert: höchstens die Hälfte Ihres Vermögens

Die Vorsorgevollmacht ist im Kostenrecht eine allgemeine Vollmacht. § 98 Abs. 3 GNotKG: Der Geschäftswert ist nach billigem Ermessen zu bestimmen, darf die Hälfte des Vermögens des Auftraggebers nicht übersteigen und beträgt ohne genügende Anhaltspunkte 5.000 €. Absatz 4 deckelt ihn auf 1 Million Euro.

Innerhalb dieser Grenze entscheidet das Notariat; das Kostenbeispiel der Bundesnotarkammer setzt 30 bis 50 % des Vermögens an. Für das Beurkundungsverfahren fällt eine 1,0-Gebühr an, mindestens 60,00 € (Nummer 21200 KV GNotKG).

Tabelle B des GNotKG: Beurkundung und Beglaubigung im Vergleich
Geschäftswert bis1,0-Gebühr (Nr. 21200 KV)0,2-Gebühr (Nr. 25100 KV)
5.000 €60,00 € (Mindestbetrag)20,00 € (Mindestbetrag)
25.000 €115,00 €23,00 €
50.000 €165,00 €33,00 €
155.000 €354,00 €70,00 € (Höchstbetrag)
1.000.000 €1.735,00 €70,00 € (Höchstbetrag)

Die Beurkundungsspalte berücksichtigt neben Tabelle B den Mindestbetrag von 60,00 € nach Nummer 21200 KV GNotKG. Die rechte Spalte zeigt die bloße Unterschriftsbeglaubigung: 0,2, mindestens 20,00 €, höchstens 70,00 € (Nummer 25100). Auslagen und Umsatzsteuer sind in beiden Spalten noch nicht enthalten.

Die Rechnung Position für Position

  1. Vermögen benennen Immobilien, Konten, Wertpapiere, Beteiligungen.
  2. Geschäftswert bestimmen Höchstens die Hälfte des Vermögens, in allen Fällen höchstens 1 Million Euro (§ 98 Abs. 3 und 4 GNotKG).
  3. Gebühr ablesen 1,0 aus Tabelle B, mindestens 60,00 € (Nr. 21200 KV). Bei bloßer Beglaubigung 0,2, höchstens 70,00 € (Nr. 25100 KV).
  4. Auslagen und Steuer addieren Pauschale 20 % der Gebühren, höchstens 20,00 € (Nr. 32005 KV), Umsatzsteuer (Nr. 32014 KV).
Vier Schritte von Ihrem Vermögen zur Notarrechnung

Was enthalten ist, wird unterschätzt: Nach Vorbemerkung 2.1 Abs. 1 des Kostenverzeichnisses entsteht die Gebühr für Vorbereitung und Durchführung der Beurkundung einschließlich der Beschaffung der Information. Kürzer gesagt, und so sagt es die Bundesnotarkammer: Beratung und Entwurf sind in der Beurkundungsgebühr enthalten.

Nachprüfbar ist das: § 19 GNotKG erlaubt die Forderung nur aufgrund einer Berechnung in Textform, die Geschäftswert, Nummern des Kostenverzeichnisses und Einzelbeträge nennt.

Drei Wege, drei Preise

Beurkundung
  • 1,0 aus dem Geschäftswert, mindestens 60,00 € (Nr. 21200 KV)
  • Beratung und Entwurf inklusive
Urkunde mit inhaltlicher Gestaltung und Beratung.
Beglaubigung beim Notar
  • 0,2, mindestens 20,00 €, höchstens 70,00 € (Nr. 25100 KV)
  • Geprüft wird die Unterschrift, nicht der Text
Unterschriftsnachweis; Inhaltsberatung gesondert klären.
Betreuungsbehörde
  • Grundsätzlich 10,00 € ohne gesonderte Auslagen (§ 7 Abs. 4 BtOG); Landesabweichungen möglich (Abs. 5)
  • Bei Vollmachten natürlicher Personen nur zum Zweck der Betreuungsvermeidung (§ 7 Abs. 1 und 2 BtOG)
Öffentliche Beglaubigung mit besonderer Zuständigkeit und zeitlicher Grenze.
Beurkundung, notarielle Beglaubigung, Betreuungsbehörde

Ein Entwurf durch das Notariat ist eine andere Leistung als die Beglaubigung eines mitgebrachten Texts. Nummer 24101 KV GNotKG sieht für den Entwurf 0,3 bis 1,0, mindestens 60,00 €, vor; die Beglaubigung darunter ist nach Vorbemerkung 2.4.1 Absatz 2 KV gebührenfrei. § 129 BGB schließt die besondere Beglaubigungszuständigkeit der Betreuungsbehörde nach § 7 BtOG nicht aus.

Für den Grundbuchnachweis kann eine behördliche Beglaubigung grundsätzlich in Betracht kommen. Bei seit dem 1. Januar 2023 behördlich beglaubigten Vollmachten endet deren Beglaubigungswirkung mit dem Tod; § 34 BtOG grenzt ältere Vermerke ab. Die Vollmacht selbst und ihr Fortbestand sind getrennt zu prüfen. Nutzen Sie die Formhilfe mit Frageblatt, um Verwendung, vorhandenen Vermerk und offene Formfragen für Ihren Termin zusammenzustellen.

Wann die notarielle Form wirklich nötig ist

Keine Vorschrift verpflichtet Sie zu einer Vorsorgevollmacht, und keine verlangt dafür allgemein den Notar. Drei Ebenen sind zu trennen:

Eine Gebührenrechnung ersetzt diese Formprüfung nicht. Die gewünschte Handlung und der Inhalt der Vollmacht entscheiden mit. Die Erläuterung zu Schriftform und öffentlichem Nachweis führt die Unterschiede weiter aus.

Ein Fall mit Zahlen

Frau K., 71, besitzt eine Eigentumswohnung im Wert von 240.000 € und 60.000 € Erspartes, ohne Verbindlichkeiten. Bei 300.000 € Vermögen liegt die Obergrenze des § 98 Abs. 3 GNotKG bei 150.000 €, die Spanne der Bundesnotarkammer bei 90.000 bis 150.000 €.

Beurkundung der Vollmacht von Frau K., beide Enden der Spanne
PositionWert 90.000 €Wert 150.000 €
1,0-Gebühr, Nr. 21200 KV246,00 €354,00 €
Pauschale, Nr. 32005 KV20,00 €20,00 €
Umsatzsteuer 19 %, Nr. 32014 KV50,54 €71,06 €
Summe316,54 €445,06 €

Das Beispiel ergibt rund 317 € bis 445 € für die aufgeführten Positionen. Die bloße Unterschriftsbeglaubigung läge bei 49,20 € beziehungsweise 70,00 € vor zusätzlichen Auslagen und Umsatzsteuer. Die Registrierung im Zentralen Vorsorgeregister ist eine gesonderte Leistung; aktuelle Registerkosten und den konkreten Umfang beim Register beziehungsweise Notariat prüfen. Eine Registrierung wird durch ErbKlar nicht vorgenommen.

Vor der Gebührenfrage steht die Formfrage. Die Formhilfe erstellt aus Ihren Kategorien ein Frageblatt, keine Wirksamkeitsprüfung. Der bestehende Notarkosten-Rechner unterscheidet die dort ausdrücklich angebotenen Vorgänge; sein Beglaubigungsfall betrifft Vollmachten. Eine vollständige Beurkundungsrechnung für jede Vorsorgevollmacht wird dadurch nicht zugesagt.

ErbKlar beglaubigt oder beurkundet nichts, vermittelt keine Termine und rechnet keine Notarleistung mit Ihnen ab. Die gesetzliche Notarrechnung kommt vom Notariat. Den Unterschied der Vorsorgeinstrumente erläutert Betreuungsverfügung oder Vorsorgevollmacht.

Häufige Fragen

Was kostet eine Vorsorgevollmacht beim Notar?

Die Beurkundung kostet 1,0 aus dem Geschäftswert, mindestens 60,00 € (Nummer 21200 KV GNotKG). Der Geschäftswert darf die Hälfte Ihres Vermögens nicht übersteigen, höchstens 1 Million Euro (§ 98 GNotKG). Tabelle B ergibt 165,00 € bei 50.000 € und 354,00 € bei 155.000 €, dazu Auslagen und Umsatzsteuer.

Kann ich Notarkosten verhandeln oder Notare vergleichen?

Nein. § 17 Abs. 1 Satz 1 BNotO verpflichtet den Notar, die gesetzlich vorgeschriebenen Gebühren zu erheben; Erlass oder Ermäßigung sind nur bei außergewöhnlichen Umständen und mit Zustimmung der Notarkammer zulässig. Wer nach der Zivilprozessordnung Prozesskostenhilfe bekäme, hat nach § 17 Abs. 2 BNotO Anspruch auf vorläufig gebührenfreie Urkundstätigkeit oder Monatsraten.

Ist die Unterschriftsbeglaubigung billiger als die Beurkundung?

Ja, wenn Sie den Text mitbringen: 0,2, mindestens 20,00 € und höchstens 70,00 € (Nummer 25100 KV GNotKG). Fertigt das Notariat den Entwurf, greift Nummer 24101 KV GNotKG mit 0,3 bis 1,0 und mindestens 60,00 €; die Beglaubigung darunter ist dann gebührenfrei (Vorbemerkung 2.4.1 Abs. 2 KV GNotKG).

Was kostet die Beglaubigung bei der Betreuungsbehörde?

§ 7 Absatz 4 BtOG nennt grundsätzlich 10,00 € ohne gesonderte Auslagen; Billigkeitserlass ist möglich und die Länder dürfen nach Absatz 5 abweichen. Bei Vollmachten gilt die Zweckbindung der Betreuungsvermeidung. Der behördliche Vermerk ist nicht pauschal vom Grundbuchnachweis ausgeschlossen. Bei seit 2023 behördlich beglaubigten Vollmachten endet jedoch die Beglaubigungswirkung mit dem Tod; Inhalt und Fortbestand der Vollmacht bleiben gesondert zu prüfen.

Das Wichtigste in Kürze

Kurz zusammengefasst

Vergleichen Sie zuerst den Leistungsumfang: Unterschriftsbeglaubigung, Entwurf und Beurkundung sind verschiedene Leistungen. Der passende Form- und Nachweisweg hängt von der geplanten Verwendung ab.

Die Betreuungsbehörde kann nach § 7 BtOG öffentlich beglaubigen. Für den Einsatz nach dem Tod und besondere Formfragen ist die Abgrenzung entscheidend. Das Frageblatt der Formhilfe hilft, diese Punkte zum Termin mitzunehmen.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Für Ihre konkrete Situation wenden Sie sich an Notar, Anwalt oder Steuerberater.

ErbKlar kostenlos ausprobieren

Vorsorge und Nachlass, klar erklärt – Vollmachten, Verfügungen, Testament.

Zur App →
Weiterlesen Digitalen Nachlass organisieren: Aufgaben klar verteilen Digitaler Nachlass: Zugangshinweise sicher hinterlegen Digitaler Nachlass: Checkliste für Konten und Zugänge